Innenstadt östlicher/westlicher Bereich der Jakobstraße

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Magdeburgs neue urbane Mitte

Magdeburgs neue urbane Mitte

Das Gebiet rund um die Jakobstraße weist momentan eine vorstädtische Bebauung auf. Diesen Bereich architektonisch an die Innenstadt anzugliedern wäre nur mit immensen Kosten und einem hohen Zeitaufwand verbunden. Bevor man nun in der Jakobstraße eine bauliche Verdichtung anstrebt, sollte diese zuerst in Bereichen vorgenommen werden, die dafür als sinnvoller und lohnenswerter zu betrachten sind. Neben einigen Freiflächen in der Altstadt südlich der Ernst-Reuter-Allee betrifft dies vor allem jedoch den nördlichen Abschnitt des Breiten Weges. Von Karstadt bis zum Uniplatz ist dieser von teils unansehnlicher sozialistischer Nachkriegsarchitektur geprägt und vermittelt in keiner Weise das Bild einer lebendigen Innenstadt. Ziel sollte es sein, diese Achse als hochwertigen Aufenthaltsort und einladende Einkaufsstraße zu etablieren, von der auch das unmittelbare Umfeld wie die Jakobstraße profitieren kann.
Bis zu seiner Zerstörung war der Breite Weg die längste und womöglich schönste Barockstraße in Deutschland. Vielfach wird daher der Wunsch geäußert, den ursprünglichen Zustand der Vorkriegszeit wieder herzustellen. Dies geht jedoch nur mit dem Komplettabriss der vorhandenen Baustruktur einher und wäre ebenso ein immens zeitaufwendiges wie kostspieliges Unterfangen. Auch die bisher dort getätigten Investitionen wie beispielsweise der Katharinenturm, Woolworth usw. verdeutlichen, dass von der Stadt wenig Interesse ausgeht, dem Breiten Weg sein altes Gewand zurückzugeben.
Die Geschichte dieser Straße und ihrer Stadt hat gewiss ihre Daseinsberechtigung. Die Geschichte lehrt uns aber auch, dass nichts auf Dauer Bestand hat und sich alles weiterentwickelt. Die zum Teil als Bausünde bezeichnete Architektur der Nachkriegszeit gehört jedoch ebenfalls zur Geschichte dieser Stadt, genauso wie die derzeit entstehenden modernen kubistischen Gebäude. Alles ist stets im Wandel und im Fluss, daher sollte man vergangenes ruhen lassen und den Blick nach vorn richten.
Eine relativ elegante aber dennoch kostensparende Lösung zur Umgestaltung des Breiten Weges in eine moderne und belebte Einkaufsstraße läuft in mehreren Phasen ab. Das Hauptaugenmerk der ersten Phase richtet sich dabei vorerst auf die den großen Wohnblöcken vorgelagerten Flachbauten, in denen die derzeitigen Ladengeschäfte untergebracht sind. Auf Grund ihres monotonen Äußeren und der langgezogen Anordnung wird jeder Anflug von Flair oder Charme im Keim erstickt. Ersetzt man die Flachbauten zu beider Seiten jedoch mit einer zwei- bis dreigeschossigen, kleinteiligen und architektonisch ansprechenden Bebauung, bricht man diese langweilige Monotonie auf und lässt den kompletten Straßenzug lebendiger wirken. Die dadurch neu entstehenden Gebäude beherbergen jeweils einzelne Ladengeschäfte, Lokalitäten, Dienstleister oder zum Teil auch Wohnungen, und unterscheiden sich zudem optisch in ihrer Bauweise. International agierende Ketten wie beispielsweise Adidas, Zara, Lush oder Starbucks dienen als Zugpferd, sodass auch regional ansässige Unternehmen von dem Besucherstrom profitieren werden. Cafés und Restaurants sorgen mit ihren Außenbereichen für eine angenehm entspannte Atmosphäre und verlängern die Aufenthaltsdauer der Besucher. Durch die Modernisierung der Ladenzeilen wird der nördliche Breite Weg und sein Umfeld auf ein neues Niveau gehoben, von dem vor allem die Stadt und ihre Bewohner profitieren.

In der zweiten Phase der Erneuerung des nördlichen Breiten Weges werden die angrenzenden Wohnblöcke umfangreich modernisiert und ansprechend umgestaltet. Dabei werden nicht nur die Fassaden vollumfänglich erneuert, sondern auch die jeweilige Aufteilung der Wohneinheiten angepasst. Große Appartements bieten im Dachgeschoss mit ihren offenen Terrassen einen weiträumigen Blick über die Stadt. Durch den Einsatz verschiedener Elemente und Materialien wie beispielsweise Aufbauten, Rückbauten, Grünpflanzen usw. erhalten die Gebäude eine einzigartige Struktur und ein aufregendes Äußeres.
Mit der Umgestaltung des nördlichen Breiten Weges erschafft man eine moderne und hochwertige Einkaufs- und Wohnstraße, ohne die bereits gegenwärtige Struktur gänzlich zu vernachlässigen. Vielmehr erfolgt eine zeitgemäße und zukunftsorientierte Neuinterpretation der vorhandenen Bausubstanz. Der Nordabschnitt tritt dabei nicht in Konkurrenz zur südlichen Altstadt oder dem Allee-Center und City Care, sondern stellt vielmehr eine Ergänzung und Erweiterung des Stadtbildes dar. Durch ihn erfährt die nördliche Innenstadt eine gewichtige Belebung, die mit einer erheblichen Steigerung der Lebensqualität einhergeht.

Um die Entwicklung nördlich der Ernst-Reuter-Allee und auch der gesamten Stadt weiter voranzutreiben, gilt es auch die Fläche des jetzigen Karstadt-Parkplatzes zu nutzen. Der Standort eignet sich hervorragend um ein architektonisches Highlight in Form eines 80 bis 100 Meter hohen Hochhauses mit Mischnutzung zu realisieren. Eine hochwertige und elegante Erscheinungsform ist dabei von enormer Bedeutung, da dieses Gebäude zusätzlich Touristen anziehen und als weiteres Wahrzeichen mit Wiedererkennungswert agieren soll. Das Bauwerk stellt mit seiner Höhe, welche immer noch geringer als die des Domes ist, eine weithin sichtbare Landmarke dar und markiert das Zentrum der neuen urbanen Mitte Magdeburgs. Der Dom und das neue Hochhaus befinden sich in gebührendem Abstand zueinander und stehen dabei jeweils als Symbol für ihre jeweiligen Epochen. Während der geschichtsträchtige Dom auf eine bewegte Vergangenheit der Stadt zurückblickt, zeugt der neue Turm von einer vielversprechenden Zukunft als Wirtschafts- und Wissenschaftsstandort.
Das neue Hochhaus bietet Platz für zahlreiche Büros und immer begehrter werdenden hochwertigen Wohnungen. Das mit dem neuen Blauen Bock geschaffene Umfeld bietet genügend Möglichkeiten zum Verweilen und bezieht auch das Erdgeschoss des Turmes ein. Auf den obersten Etagen kann man in einem Restaurant sowie einer separat besuchbaren Aussichtsplattform den Blick auf die Stadt genießen. Abends wird die Fassade des Gebäudes mit einem ansprechenden Lichtspiel, ähnlich dem des Katharinenturms, in Szene gesetzt. Ein unterirdisches Parkhaus ersetzt die dem Bau zum Opfer gefallenen Parkmöglichkeiten des alten Platzes.

Magdeburg ist die dynamischste Stadt Deutschlands und die Einwohnerzahlen steigen von Jahr zu Jahr. Die Stadt ist für die Region ein bedeutender Wirtschafts- und Wissenschaftsstandort. Um diese Entwicklung voran zu treiben und auch über nationale Grenzen hinaus bekannt zu machen, ist es von großer Bedeutung, zukunftsorientierte Investitionen durchzuführen. Durch den Bau des Hochhauses und der zeitgemäßen Modernisierung des Breiten Weges, wird der architektonische Facettenreichtum Magdeburgs erweitert und die Attraktivität gegenüber Investoren, Gewerbetreibenden, Touristen und Einwohnern immens erhöht.

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